PDF Days Europe 2018

pdfa.org LogoDrei Tage PDF Days und Post-Conference sind erfolgreich zu Ende gegangen. Nach dem „Jubiläums-Rückblick“ auf 25 Jahre PDF und 10 Jahre ISO-Standard waren die klassischen Themen um Rendering, Scanning und Druckvorstufe ebenso wie zukünftige Entwicklungen von 3D PDF, Open Data, Blockchain und PDF 2.0 auf der Agenda.  Und selbstverständlich waren auch dieses Jahr die Themen rund um Tagged PDF, PDF/UA und barrierefreies PDF wieder stark im Fokus. Auch auf der Post-Conference befassten sich dann zwei von vier Slots: „PDF Accessibility Best Practices“ (axes4, df-edv, u.a.) und „Barrierefreiheit für designlastige Publikationen – mit InDesign & MadeToTag“ (einmanncombo, axaio) mit dem barrierefreien publizieren von PDF-Dokumenten.

Barrierefreie PDF und Office

Mein Thema war dieses Jahr ein aktuelles Update des Vortrags aus dem letzten Jahr mit dem Titel „PDF/UA in der Office-Welt: Barrierefreie PDF mit Bordmitteln – Möglichkeiten und Grenzen“

Vortrag Dirk Frölich auf den PDF Days 2018

Dirk Frölich, df-edv

Schwerpunkt waren hier die Möglichkeiten und Grenzen – aber vor allem auch die aktuellen Neuerungen der PDF-Erstellung mit Microsoft Office Word. Kurz angerissen wurden aber auch LibreOffice Writer sowie Tabellenkalkulation, Präsentation und Geschäftsgrafiken mit Microsoft Visio.

Die Vortragsfolien können hier als PDF heruntergeladen werden. Die Aufzeichnung aller Vorträge und Keynotes der PDF Days 2018 werden aber auch noch auf der Webseite der PDF Association veröffentlicht.

Vortrag Dirk Frölich zu den PDF Days 2018

Download Vortragsfolien als PDF

Während der PDF Days gab es meinen Beitrag als Vortrag. Auf den anschließenden Post-Conference-Workshops konnte ich dann einige Dinge live vorführen und auf auch individuelle Fragen näher eingehen…

Post-Conference „PDF Accessibility Best Practices“

Ein Slot der Post-Conference-Workshops – ausgerichtet von den Kollegen von axes4 – widmete sich sowohl den Werkzeugen (axesPDF for Word, QuickFix – deren Neuerungen und kommende Updates auch an diesem Tag vorgestellt wurden) und Autorenprogrammen, als auch den Erfahrungen der Anwender*innen aus Ministerien, Behörden und Agenturen. Die Kolleginnen der Agentur CPS-IT berichteten von Ihren Erfolgen im Bundesumweltministerium (dazu weiter unten mehr beim „Ministeriums-Ranking“) und aus dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz wurden die Erfahrungen mit der internen Entwicklung von Kompetenzen innerhalb der Behörde berichtet.

Jan Eric Hellbusch (2bweb) lieferte uns dann einen Überblick über die Europäische Richtlinie 2102, die alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union dazu verpflichten bis zum 22. September 2018 (!sic) die länderspezifischen Regelungen (in der BRD die Barrierefrei-Informationstechnik-Verordnung BITV 2.0) an die europäische Norm EN 301 549 anzugleichen. Neben der BITV wird auch eine Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) kommen, so dass es in naher Zukunft wieder ein bisschen Bewegung (und hoffentlich auch Dynamik) beim Thema barrierefreier PDF-Dokumente geben wird.

Der Gesetzesentwurf, Drucksache 19/2072 wird am 17. Mai im vereinfachten Verfahren (ohne Aussprache, TOP 2, ZP 1: „Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Verlängerung befristeter Regelungen im Arbeitsförderungsrecht und zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/2102 über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen“, https://www.bundestag.de/tagesordnung ) in den Deutschen Bundestag eingebracht.

Jan Erik Hellbusch, Vortrag auf den PDF Days 2018

Jan Eric Hellbusch, 2bweb

Ein weiterer Aspekt des Vortrags von Jan Eric Hellbusch war eine Einordnung der ISO-Normen WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) und PDF/UA (Universal Accassibility, ISO 14289-1) wobei er folgende „Abschließende Bemerkungen“ formulierte:

  • PDF/UA ist ein Standard, der gemeinsam zwischen Anbietern, Dienstleistern/Entwicklern und Nutzern genutzt werden soll.
  • Mit PDF/UA wird WCAG-Konformität nicht erreicht, aber die meisten Anforderungen können ohnehin nicht in PDF gut bearbeitet werden; sie müssen bereits im Originaldokument vorliegen.
  • Als Komplementärstandard zu den WCAG 2.0 reicht PDF/UA nicht ganz aus; dennoch ist der Standard eine gute Basis (Qualitätsmerkmal) für mehr Zugänglichkeit in PDF-Dateien.

Eine Differenz zwischen PDF/UA und WCAG ist beispielsweise, dass die Vorgaben zum Farbkontrast in der WCAG – im Gegensatz zu PDF/UA – sehr genau geregelt sind. Da aber das PDF-Dokument in den allermeisten Fällen ein Resultat der Gestaltung in Autorenprogrammen (Word, InDesign…) ist und häufig auch Corporate Design-Vorgaben folgt, muss diese Frage schon vorher „geklärt“ werden.

In meinem Praxis-Teil zu Microsoft Office Word habe ich hierzu dann auch die neuen Möglichkeiten der Barrierefreiheitsprüfung aufgezeigt, die seit einem Feature-Update von Office 365 auch Farbkontraste prüfen und dies entsprechend der WCAG-Konformität (AA) als Fehler anzeigen. Das der bordeigene PDF-Export dann immer noch ein paar Unzulänglichkeiten (in anderen Bereichen) aufweist und somit meist eine Nachbearbeitung notwendig wird oder sich der Einsatz von axesPDF for Word anbietet bleibt unbestritten. Aber dennoch ist die Qualität des Word-Exports auf einem hohen Niveau, vorausgesetzt die Textverarbeitung wird auch korrekt und umfänglich genutzt.

PDF/UA-Studie 2018

Die Ergebnisse des mehr oder weniger korrekten Umgangs mit Autorenwerkzeugen zeigte sich auch beim diesjährigem „Ministeriums-Ranking“ von axes4. Auch im dritten Jahr heißt der Gewinner „Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit“ (BMU). Im Laufe der Vorstellung der Ergebnisse erntete das weit abgeschlagene und sich auf dem letzten Platz befindliche „Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur“ (BMVI) natürlich entsprechend viel Spott.

Vortrag Markus Erle auf den PDF Days

Markus Erle, axes4

Alle Statistiken und Zahlen können in Kürze ebenfalls auf den Webseiten der PDFa.org bzw. bei axes4 heruntergeladen werden. Wie schon im vergangenen Jahr wurde auch in diesem Jahr der Wunsch geäußert, dass die Grundlagen für den Index – wie werden die maschinell prüfbaren Fehlerbedingungen von PDF/UA (dem Matterhorn Protokoll) gewichtet – zu Verfügung gestellt werden. Die baldige Veröffentlichung wurde von Markus Erle von axes4 zugesichert.

Und zu guter Letzt soll auch den Organisatoren und der PDF Association für einen reibungslosen und gut organisierten Ablauf der PDF Days Europe vom 14. bis 16. Mai 2018 in Berlin gedankt werden.

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