„Wissen ist keine Kompetenz“

Der Corporate Learning 2.0 MOOC, kurz #CL20 stellt die Frage: „Wie gestalten wir zukünftig das Lernen in Organisationen” Es geht in erster Linie um die betriebliche Weiterbildung und die Frage, wie sich zukünftige Lernszenarien und Lernumgebungen entwickeln werden. #CL20 ist aber keine theoretisch-abgehobene Diskussion im Elfenbeinturm, sondern der MOOC wird jede Woche von einem anderen Unternehmen gestaltet. Begonnen wurde mit dem Projektes „Next Education“ bei DB Training.

Als einer der ersten Beiträge des CL20MOOC fand ein Round-Table Gespräch mit Rolf Arnold* und John Erpenbeck* zum Thema „Wissen ist keine Kompetenz“ statt. In dem 40-minütigem Gespräche geht es am Rande auch um die Erfahrungen bei der DB, aber der Focus liegt auf der grundsätzlichen Diskussion der folgenden Fragen:

  • Warum können die klassischen Weiterbildungsseminare die Anforderungen der Unternehmen an das betriebliche Lernen nicht mehr erfüllen?
  • Weshalb benötigen wir kompetenzorientierte Lernsysteme in den Unternehmen (und nicht nur dort)?
  • Kann man Kompetenzen in Seminaren lehren?
  • Ist Kompetenzentwicklung im Netz möglich?
  • Kann man Kompetenzen im Arbeitsprozess bewerten?
  • Kann man die Kompetenzentwicklung in Unternehmen managen?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich aus den innovativen Lernkonzeptionen für die Rolle der heutigen Trainer und Lernkonzept-Entwickler?
  • Wie sieht das Corporate Learning in zehn Jahren aus?

Neben den konkreten Fragen zur betrieblichen Weiterbildung, ging es  auch um die grundsätzliche Definitionen des Kompetenzbegriffs (Kompetenz = Handlungsfähigkeit in offenen Situationen). Wie werden sich zukünftige Lernumgebungen verändern – Stichwort „Social Learning“ und „Neue Medien“. Welche Rolle werden  Schule und Universität spielen, und sind die klassischen Seminare (in der Erwachsenenbildung) noch zeitgemäß.

Zwei Zitate aus dem Gespräch möchte ich hierzu anführen. Zur zukünftigen Rolle der Universitäten sagt John Erpenbeck: Vielleicht werden in der Zukunft Universitäten nur noch so existieren, wie heute Opernhäuser. Nämlich als ein schönes und begehrtes Relikt aus der Vergangenheit… Und zu Schule sagt Rolf Arnold: Schule hat auch, in einer demokratischen Gesellschaft, eine wichtige Funktion der Inklusion, der Kompensation von sozialer Ungleichheit. Eine Demokratie braucht ein institutionalisiertes Bildungswesen um Kindern – auch gerade unter Migrations- und Inklusionsgesichtspunkten einen Raum zu geben, in dem sie die Erfahrungen machen, die sie brauche um in dieser Gesellschaft zu leben. […] Was wir aber unbedingt sein lassen müssen, ist dieser Aberglaube und die Überschätzung des „Inhalts“

Alles spannende Fragen und ein spannendes Gespräch…


Moderation: Prof. Werner Sauter 

  • Rolf Arnold ist Professor für Berufs- und Erwachsenenpädagogik an der TU Kaiserlautern. Seine richtungsweisender Ansatz der „Ermöglichungsdidaktik“ und die Konzeption der „Pädagogischen Professionalisierung“ bilden eine zentrale Basis von Next Education (.
  • John Erpenbeck ist Professor für Kompetenzmanagement an der SIBE – School of International Business and Entrepreneurship – der Steinbeis Universität Berlin. In seinen Forschungsarbeiten hat er die Konzeption des Kompetenzmanagement, die sich in der beruflichen Bildung heute weitgehend durchgesetzt hat, maßgeblich mit entwickelt.
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