vhsbarcamp „Impulse für das Lernen 2.0“

Erste „(Un-)Konferenz“ der Volkshochschulen am 17./18. Mai in Köln.

Logo vhsbarcampÜber 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (bzw. Teilgeber_innen) aus der ganzen BRD sind zum vhsbarcamp nach Köln gekommen. Als Veranstaltungsform wurde BarCamp als (Un-)Konferenz gewählt, was „ […] das Lernen voneinander in ganz besonderer Weise unterstützt. Die Mitwirkenden werden hier zu „Teilgebern“. Und möglichst viele verschiedene Sichtweisen sind erwünscht und hilfreich fürs Entwickeln von neuen Dienstleistungen für Lernende“. 

Ein paar Sessions waren im Vorfeld angekündigt und vorbereitet worden. Der endgültige Veranstaltungsplan entwickelte sich dann aber erst zum Beginn des BarCamps in einem offenen und demokratischen Prozess im Plenum. Dieser Anspruch auf den offenen Charakter und gleichberechtigten Umgang miteinander wurde auf dem BarCamp immer wieder hervorgehoben. So entstand dann ein sehr vielseitiger Sessionplan, der Raum für spontane Ideen ließ, die sich auch erst im Veranstaltungsverlauf ergeben konnten. Die Anrede mit Vornamen und obligatorischen „du“ zwischen Dozenten, KL, FBL, HPM (Kursleitenden, Fachbereichsleiter, Hauptamtliche Pädagogische Mitarbeiter,…), Geschäftsführern, Leitern von VHSen und „Externen“ haben dabei nicht unwesentlich zur offenen und kreativen Atmosphäre beigetragen.

Inhaltlich entstanden auf diese Weise knapp fünfzig, jeweils 45 Minuten dauernde Runden, die sich in 5 parallel stattfindenden Sessions über die beiden Tage verteilten. Selber habe ich eine Session angeboten, die „Perspektiven und Herausforderungen für Dozentinnen und Dozenten“ in Zusammenhang mit Social Learning, bzw. Lernen 2.0 zu diskutieren. Stichpunkte für die Diskussion hatte ich schon im Vorfeld in einer Mindmap » mindmeister.com/391436665 zusammengestellt.

Die Vorbereitung und (Selbst-)Organisation des barcamp fand zu großen Teilen online statt. Über google-plus-Communities » plus.google.com/105354957142020186161/posts, Twitter – Hashtag: #vhscamp14 – und eine Mixxt-Community » vhscamp.mixxt.de wurde sich im Vorfeld vernetzt und es konnten Session-Vorschläge eingebracht werden. Während des BarCamp stand der Session-Plan dann klassisch per Zettel und Pinnwand, sowie über ein » google-doc online zur Verfügung.

Session-Plan Freitag Sessionplan FreitagSession-Plan Samstag

Sessionplan Samstag

Zur „kollaborativen Protokollführung“ war eine vorbereitete Etherpad-Adresse für jede Session eingerichtet (beispielsweise: » vhspad.de/p/vhscamp14_bl2), was erstaunlich gut funktionierte ohne die sonst so obligatorische „wer möchte denn heute das Protokoll schreiben“ – Frage. Da die Etherpad-Dokumente ehr‘ „flüchtiger Natur“ sind, sollen die Protokolle nun noch einmal in ein » Mixxt-Wiki übertragen und dort dauerhaft gesichert und dokumentiert werden. Während des BarCamps wurde fleißig zum #vhscamp14 getwittert, was über die Projektion eine Twitterwall im Forum von allen Beteiligten verfolgt werden konnte.

Session – Fazit

Als Fazit der eigenen Session schreibe ich im Wiki: „Die ursprüngliche Idee mit anderen Dozentinnen und Dozenten über neue Werkzeuge und Didaktik beim „Lehren und Lernen 2.0“ zu diskutieren konnte auf der angebotenen Session noch nicht in dem ursprünglich gewünschten Maß erfüllt werden – es fehlten schlicht die KollegInnen mit entsprechenden Erfahrungen und „Best-Practice-Beispielen“. Ansätze von eLearning, die über den Einsatz von Moodle, Mail und Blog hinausgehen, scheinen bei VHS-DozentInnen bisher nur individuell und vereinzelt, aber nicht als „Lernen 2.0“-Konzept erkennbar zu sein. Deutlich sind allerdings auch Bereitschaft, Bedürfnis und Erkenntnis über die Notwendigkeit der Diskussion – auch auf dem kommenden vhsMOOC und vhsbarcamp15. Und das vhscamp14 selber ist ein gelungenes Praxisbeispiel für Web-2.0-selbstorganisiertes-Lernen.“

barcamp – Fazit

Das Fazit bezieht sich auf die eigene Session und ist nur ein 45-minütiger Ausschnitt der insgesamt zwei Tage. Auf das ganze BarCamp bezogen fällt das Fazit entsprechend differenzierter, und auch insgesamt deutlich positiver aus. Viele Sessions wurden vom Standpunkt der VHS-„Hauptamtlichen“ angeboten, was sich ja auch eindeutig aus dem Kreis der Veranstalter und der primär angesprochenen Zielgruppe ergibt. Trotzdem war es für Kursleitende, (VHS-) Dozenten und „Externe“ immer möglich auch den „anderen Blick“ (oder die Sessions) aus der eigenen Sicht einzubringen. So wurden die Offenheit und das gleichberechtigte Miteinander auf dem Abschlussplenum gerade auch von den Nicht-VHS-Teilnehmer_innen hervorgehoben und gelobt.

Interessante Diskussionen „für den Kursleitenden“ ergaben sich beispielsweise in der Session „(Kein) Mein Marketing – wie können Dozent_innen für sich selber in Namen der vhs werben“, bei der sowohl die sehr unterschiedlichen Organisationsstrukturen der VHSen, als auch unterschiedlicher Umgang mit „Kundenschutz“ deutlich wurden. Das Fazit im Etherpad dieser Session: „Dozenten und Kurse werden oft mehr verwaltet, statt gestaltet“, kann sicherlich als Aufforderung und Anspruch für die Entwicklung von mehr Kooperation, bzw. neuer und erweiterten Kooperationsmodellen begriffen werden.

In der Session „Trends der betrieblichen Weiterbildung“ berichte Karl Heinz Pape von Trends des informellen Lernen und neuer Fortbildungsmodelle in der „freien Wirtschaft“ (xMOOCs, cMOOC, Konnektivismus,…). Die Entwicklungen wurden hier durchaus kritisch diskutiert (Lost in cyberspace, Bevorzugung von Bildungseliten,…), was in gewisser Weise dann auch bei einer Session am Samstag fortgesetzt wurde. Harald Gapsky vom Grimme-Institut zeigte in seiner Session die Entstehung und Entwicklung des Begriffs „Medienkompetenz“ mit den unterschiedlichen Interpretationen in Politik, Wirtschaft, Recht, Wissenschaft oder Bildung auf. Daraus leitete sich die Frage ab, ob Medienkompetenz überhaupt eine Bildungsaufgabe ist, wie diese im Rahmen des Bildungsauftrages der VHS liegt und welche Veränderungen die Anforderungen der „Medienkompetenz 3.0“ entstehen. In der ersten Session konnten diese Fragen nur ganz angerissen werden. Hier konnte die Veranstaltungsform „barcamp“ dann einen Pluspunkt ausspielen: es wurde eine weitere Session für den Nachmittag vereinbart, an dem die Diskussion über den Bildungsauftrag der VHS, gesellschaftlicher Verantwortung und Medienkompetenz 3.0 dann fortgeführt werden konnte.

noch mehr Fazit

…findet sich auf verschiedenen Websites. Hier eine kleine Auswahl

Inzwischen sind auch weitere Videos auf dem » YouTube-Kanal des BarCamps erschienen. Hier Christiane Clauss (vhsKöln) und Dirk (Dozent) im Gespräche über Einbindung von Dozenten ins Marketing und die Frage: Wie werden die Ergebnisse dokumentiert?

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